Wenn entsorgte Orangenschalen liegen bleiben …

Einweggeschirr und Einwegverpackungen werden nur einmalig gebraucht und wandert dann in den Müll. Nicht nur in Entwicklungsländern oft in Flüsse, das Meer oder die Natur. Einwegplastik ist inzwischen überall, selbst in den Mägen von Fischen und Vögeln. Kein anderes Produkt wird nur so kurzzeitig genutzt und liegt dann der Natur so lange zur Last. Es dauert meist mehrere hundert Jahre bis es sich zerkleinert hat. Komplett zersetzen oder gar etwas nutzen tut es nicht.
Damit will Costa Rica bis 2021 Schluss machen und Einwegplastik verbieten. Vermutlich die einzig sinnvolle Lösung, um den Müll-Berg an Plastiktüten,  Einwegflaschen, Coffee-to-go-Bechern etc. zu vermeiden.

Müll am Strand

 

Orangenschalen als Abfallproblem?

Aber nicht nur Plastik ist oft ein Abfallproblem, häufig sind dies auch riesige Mengen von natürlichen Stoffen, die in der Produktion anfallen. Oder besser gesagt abfallen. 🙁  Und deren Entsorgung den Unternehmen Probleme und Kosten verursacht. Dies trifft zum Beispiel auf die Produktion von Orangensaft zu, bei der zig Tonnen Orangenschalen übrig bleiben.

Orangenlieferung per LKW

So auch bei dem Safthersteller Del Oro im Nordwesten von Costa Rica, am Rande des Naturschutzgebietes «Área de Conservación Guanacaste». Die beiden dort arbeitenden Ökologen Daniel Janzen und Winnie Hallwachs wollten einen bewaldeten Teil des Firmengeländes für das Naturschutzgebiet abgetreten bekommen. Im Gegenzug boten sie dafür dem Safthersteller eine schon länger gerodete und inzwischen völlig kahle, unfruchtbare Fläche zur Entsorgung der Orangenschalen an.

Nachdem in den ersten beiden Jahren 12.000 Tonnen Orangenschalen auf dem 3 Hektar großen Areal (das entspricht ca. 4 Fußballfeldern) abgeladen wurden müsste das Projekt 1997 eingestellt werden. Ein Wettbewerber hatte dagegen wegen Umweltverschmutzung eines Naturschutzgebietes erfolgreich geklagt. Es durften keine weiteren Orangenschalen mehr dort abgeladen werden. Die bereits dort befindlichen Schalen wurden aber auch nie entsorgt und blieben sich selbst überlassen. 

Die Zeit vergeht

16 Jahre später kamen Forscher der Princeton University für ein anderes Projekt nach Costa Rica und wollte der einstigen Ödnis einen Besuch abstatten. Das Problem war nur, sie konnte diese nicht finden. Denn an die Stelle ist Dschungel getreten. Dichte, grüne, saftige Bäume, Büsche und Gräser. Überall wuchsen Ranken und Kletterpflanzen – die auch das mehr als 2 Meter hohe, gelbe Schild, das den Ort urspünglich markierte, völlig überwucherten.

Auf dem mit Orangenschalen gedüngten Gebiet stellten die Forscher eine um 176 Prozent größere Biomasse fest als auf der gleichen Fläche direkt daneben. Der Boden ist deutlich nährstoffreicher und es gibt eine viel größere Biodiversität bei den Baum-, Pflanzen- und Tierarten. Gegenüber der Princeton University News sagte Timothy Treuer, einer der Forscher: “Während ich auf der nicht gedüngten Fläche über unbewachsene Steinflächen gehen konnte, musste ich mir auf der Orangenschalen-Fläche mit einer Machete einen Weg durchs Dickicht schlagen”.

Fläche mit und ohne Orangenschalen
Luftbild: Rechts die Fläche auf die Orangenschalen gekippt wurden

Und wieder einmal bewahrheitet sich, dass in der Natur nichts unnütz ist und alles seine sinnvolle Verwendung findet. Im ökologischen Kreislauf produziert nur der Mensch nicht nutzbaren Müll. Besser als Natur ist nur mehr Natur!
Weitere Beispiele dafür unter Umwelt.

 

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Ein Kommentar

  1. Ein imposantes Bild – der Kreislauf der Natur einerseits und unser Plastikdreck andererseits. Danke für die Information. Und ja: kürzer kann man es nicht sagen: Besser als Natur ist MEHR Natur.

    Viele Grüße, Martina

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